Donnerstag, 19. Juli 2018

                                                      

Bei feierlichem Festakt das 150-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Herxheim gewürdigt

Die mit etwa 280 Besuchern gefüllte Festhalle Herxheim zeigte am Samstagabend, den 14.04.2018 an, dass ein besonderes Ereignis gewürdigt werden sollte. In einem Festakt, den die Verbandsgemeinde Herxheim als Trägerin der Feuerwehren ausrichtete, wurde das Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Herxheim, welches nachweislich vor 150 Jahren begonnen hat, festlich gewürdigt.

Die Gäste aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus hatten in der Festhalle Platz genommen, als zu den Klängen der Kultuskapelle Hayna die Veranstaltung eingeläutet wurde. Mit seinem Gruß an die Gäste, unter denen sich insbesondere Landrat Dietmar Seefeldt, Bürgermeisterin Hedi Braun und Ortsbürgermeister Franz-Ludwig Trauth befanden, würdigte der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Georg Kern, die besonderen Leistungen der Feuerwehr Herxheim. Sein besonderer Willkommensgruß galt daher den Feuerwehrmännern und –frauen der Herxheimer Wehr sowie deren Partnerinnen und Partnern, die an diesem Abend im Mittelpunkt stehen sollten. Neben Wehrführer Stefan Roth und seinem Stellvertreter Peter Ohmer waren Wehrleiter Jürgen Fink und sein Stellvertreter Ekkehard Huschke, aber auch Kreisfeuerwehrinspekteur Jens Thiele sowie dessen Stellvertreter Dirk Nerding und Karsten Moock anwesend.

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Als besonderer Ehrengast wurde Rudi Götz begrüßt, der als ehemaliger Kreisfeuerwehrinspekteur die Herxheimer Feuerwehr seit vielen Jahren sehr gut kennt und auch persönlich sehr enge Kontakte zur Herxheimer Feuerwehr pflegt. An seiner Seite befand sich mit Karl Breitner aus Maikammer, sein Amtsvorgänger auf Kreisebene, der ebenfalls viele Jahre Verantwortung getragen hat. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Vertreter der Feuerwehren innerhalb und außerhalb der Verbandsgemeinde Herxheim, wie beispielsweise auch der Landauer Stadtfeuerwehrinspekteur Dirk Hargesheimer und der Vertreter des Regional-Feuerwehrverbandes Hans-Georg Balthasar. Ein herzlicher Gruß erging auch an die Mitglieder des Fanfarenzuges Herxheim sowie die Vertreter der örtlichen Vereine und der Banken.

Die Versammelten gedachten in einer Schweigeminute der Verstorbenen, aber auch den krankheits- oder altersbedingt an der Teilnahme verhinderten Feuerwehrkameradinnen und –kameraden. Sie alle haben in den 150 Jahren des Bestehens der Feuerwehr Herxheim einen aktiven Anteil zum Bürgerselbstschutz und zur Fortentwicklung der Feuerwehr beigetragen, stellte Erster Beigeordneter Kern heraus, daher solle der besondere Dank und Respekt und das ehrenvolle Andenken für diese Leistungen auch an diesem Abend nicht vergessen werden.

Bürgermeisterin Hedi Braun ging in ihrem Grußwort auf die Leistungen der Feuerwehrleute ein. „Ihr leistet einen ehrenvollen Dienst für die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde und dies 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche“, dafür gelte ihr besonderer Dank, so Braun. Sie verband ihren Dank mit den besten Wünschen für das Jubiläumsjahr und die weitere Zukunft der Feuerwehr Herxheim.
Wer eine solch aktive und leistungsfähige Feuerwehr in seinem Ort vorhanden wisse, könne sich als Ortsbürgermeister glücklich schätzen, stellte Franz-Ludwig Trauth heraus. Durch seine aktive Laufbahn wisse er um die Belange der Feuerwehr sehr gut Bescheid und sehe die vielfältigen Aufgaben, die die Feuerwehr, auch im kulturellen Leben der Ortsgemeinde übernehme, nicht als selbstverständlich an. Ortsbürgermeister Trauth hob hervor, dass die Herxheimer Bürger sich in dieser Hinsicht sicher fühlen können, was ein wesentlicher Beitrag auch für den Wohnwert in der Gemeinde bedeute. Er sicherte als „Geburtstagsgeschenk“ eine finanzielle Unterstützung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr zu.

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Erster Beigeordneter Georg Kern, zuständig für das Feuerwehrwesen Bürgermeisterin Hedi Braun

 

In seinem Grußwort ging Wehrführer Stefan Roth darauf ein, dass es wohl von Anfang an bis heute eine ehrenvolle Aufgabe sei, im Dienste der Allgemeinheit in der Feuerwehr tätig zu werden. Er stellte die Feuerwehrleute von heute in die Reihe der in 150 Jahren tätig gewesenen Aktiven, die sich vielfältigen Herausforderungen und immer wieder aufs Neue den Gefahrenlagen der Zeit gestellt hätten. „Waren es früher zumeist Brandeinsätze, so sind heute vielfach Einsätze mit technischer Hilfeleistung, wie zum Beispiel bei Verkehrsunfällen oder Unwetter erforderlich“, führte Roth aus. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass in der Tradition der Leistungen der Vorfahren auch die heute aktiven oder künftigen Herxheimer Feuerwehrfrauen und –männer ihren Dienst erfolgreich zum Wohl der Bürger und unbeschadet ausführen können.

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Festredner Rudi Götz Wehrführer Stefan Roth und Peter Schiestel, Fachdienstleiter der DRK Wasserwacht SÜW-LD

Im Mittelpunkt des Abends stand die Ansprache des ehemaligen Kreisfeuerwehr-Inspekteurs Rudi Götz. Er zeichnete die Entwicklung des Feuerwehrwesens in der Südpfalz und insbesondere in Herxheim nach. Wie mag es wohl den ersten Feuerwehrleuten in Herxheim zumute gewesen sein, die aufgrund der vielfach im Bauwesen verwendeten Baustoffe mit Gebäudebränden großen Umfangs zu kämpfen hatten und dabei nur bedingt auf Gerätschaften zurückgreifen konnten. So hat wohl die Geburtsstunde für die erste Feuerwehr, die im badischen Raum ihren Ursprung hatte, wohl auch eine starke Initialwirkung auf den Ausbau des gemeinschaftlichen Feuerlöschwesens in unserer Region gehabt. Götz ging auf die Veränderungen wie die stetige Fortentwicklung im Brandschutz ein. Sowohl bei den heute verwendeten Baustoffen, aber auch generell im Baugenehmigungsverfahren, aber auch in der Vorhaltung von Gerätschaften oder der Wasserversorgung komme dem Brandschutz ein wesentliches Augenmerk zu. „Die Herxheimer Wehr ist technisch und personell hervorragend aufgestellt“, bemerkte KFI a. D. Rudi Götz. Darauf könne die Bevölkerung durchaus stolz sein. Der finanzielle Aufwand hierfür sei zwar insgesamt nicht unerheblich, rechnete Götz vor. Dennoch bewege dieser sich – bezogen auf die Belastung des einzelnen Einwohners – im Jahresbudget der Verbandsgemeinde bei einem Gesamtwert der umgerechnet etwa drei Tafeln Schokolade entspreche. Hinzu kämen noch die ehrenamtlich geleisteten Übungs- und Einsatzstunden der Feuerwehrleute, die nicht mit Geld, sondern vorwiegend lediglich mit Dank und Anerkennung vergütet würden. Die Bürger in Herxheim können sich glücklich schätzen, eine solche Truppe in ihren Reihen zu haben, die getreu dem Motto „Wir.leben.Feuerwehr“ sich ganz in den Dienst der Sache stellen, führte Rudi Götz abschließend aus. Er verband damit die besten Wünsche für das Weiterbestehen der Wehr und die Aktivitäten im Jubiläumsjahr.

Landrat Dietmar Seefeldt war beeindruckt von der Vielzahl der aktiven Feuerwehrfrauen und –männer, die sich in der „Jubiläumsfeuerwehr“ engagierten. Unter dem Leitgedanken „einer für alle – alle für einen“ würden aber nicht nur Leistungen vor Ort, sondern durch vielfältige Mitwirkung auch auf der Ebene des Landkreises erbracht. So betreue die Herxheimer Feuerwehr nicht nur den hier stationierten Gerätewagen für Atemschutz. Zahlreiche Herxheimer Feuerwehrleute arbeiten auch in speziellen Bereichen wie zum Beispiel in der Informations- und Telekommunikation-Technik, dem Verpflegungstrupp oder bei der Kreisausbildung allgemein, aktiv mit. „Dafür möchte ich mich, auch im Namen des Landkreises herzlich bei allen bedanken“, führte der Landrat abschließend aus und wünschte den Aktivitäten des Jubiläumsjahres gutes Gelingen.

Nach den Worten von Wehrleiter Jürgen Fink könne die Herxheimer Feuerwehr stolz und dankbar sein, auf seine solch lange Zeit des Bestehens zurückblicken zu können. In der Festschrift zum Jubiläum sei ausführlich dargelegt, wie schwierig die Anfänge und die bisherigen Zeiten mitunter zu bewältigen gewesen seien. Auch heute bestünden für die Feuerwehrleute vielfältige Gefahren, was sich immer wieder bei den Einsätzen zeige. Er wünsche den Wehrleuten eine stets unfallfreie Rückkehr von den Einsatzstellen und gratuliere der Feuerwehr Herxheim zu diesem besonderen Jubiläum.

Obgleich er noch recht kurz in seinem Amt tätig sei, habe er doch schon die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr Herxheim im Landkreis erfahren, bemerkte Kreisfeuerwehrinspekteur Jens Thiele in seinem Grußwort. Sehr schnell sei für ihn erfahrbar geworden, welche fachliche und menschliche Kompetenz in den Reihen der Herxheimer Feuerwehr gegeben sei. „Bereits in meinen ersten Diensttagen habe ich bei einem Einsatz in der Geothermie-Anlage in Insheim die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Herxheim im Zusammenwirken mit den weiteren Wehren in der Verbandsgemeinde sowie dem Gefahrstoffzug des Landkreises erfahren. Das war sehr beeindruckend“, stellte Thiele heraus. Seine Grüße verband er mit den Glückwünschen der ganzen „Feuerwehrfamilie des Landkreises“.

Den Ausführungen seiner Vorredner könne er zustimmen, aber dennoch wolle er einen besonderen Akzent im Namen des Regional-Feuerwehrverbandes Vorderpfalz zum Ausdruck bringen, betonte der Vorsitzende Hans-Georg Balthasar. Die Arbeit im Verband werde im Dialog mit den Feuerwehren ausgeführt, wobei ein Augenmerk insbesondere Stützpunktfeuerwehren liege, da hier besondere Bedingungen zu beachten seien. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung überreichte Hans-Georg Balthasar einen besonders beschrifteten Schlauch als Symbol für die kooperative Zusammenarbeit an Wehrführer Stefan Roth. Dieser sicherte zu, dass dieses Geschenk einen Ehrenplatz im Feuerwehrhaus erhalten wird.

Mit klassischen und modernen Liedbeiträgen gestaltete der Chor Rhythmix des Gesangvereins Eintracht Hayna unter der Leitung von Lisa Gretzinger den Festakt. Die Festgäste wurden dabei zum Mitsingen oder –klatschen angeregt.

Die Moderation des Abends lag in den Händen der Brüder Maximilian und Sebastian Paul, die zwischen den Redebeiträgen mit kurzweilig eingestreuten „Einsätzen“ den Abend amüsant auflockerten. Neben dem Chor ernteten auch sie tosenden Applaus, obgleich das Geschenk zum Geburtstag der Feuerwehr bei ihrer Abseilübung über die Brüstung des Balkons leider zu Bruch ging.

Als Dank für ihre Beiträge und die Grußworte übergab ihnen Erster Beigeordneter Georg Kern ein Weinpräsent mit dem eigens kreierten Festwein sowie die neu erstellte Festschrift zum Jubiläum. Dieses Druckwerk wurde in einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Sandra Dudenhöffer und Nico Bullinger inhaltlich und grafisch ansprechend gestaltet. Der historische Abriss über die Geschichte der Feuerwehr Herxheim wurde von Kreisarchivar Dr. Andreas Imhoff bearbeitet. Im Redaktionsteam wirkten weiterhin folgende Feuerwehrleute mit: Robin Gehrlein, Michael Ring, Christoph Seither und Marcus Seither sowie Christina Gadinger und Thomas Sommer, die für die Fotoarbeiten verantwortlich waren.

Besonderen Dank sprach Erster Beigeordneter Georg Kern dem ehemaligen Kreisfeuerwehrinspekteur Rudi Götz zu, der die Festrede gehalten hatte. Auch ihm überreichte er zum Dank ein Präsent.

Ebenso bedankte sich Kern bei allen Mitwirkenden des Abends sowie für die Spenden, die zum Jubiläum bereits eingegangen sind. Hier galt der besondere Dank der örtlichen Raiffeisenbank Herxheim, die durch den Vorsitzenden Theofried Schmidbauer vertreten war.

Die Festschrift zum 150jährigen Jubiläum wird auch bei den weiteren Feierlichkeiten im Lauf des Jahres von der Jugendfeuerwehr Herxheim gegen eine Spende an Interessenten abgegeben.

Weitere Informationen über die Feuerwehr Herxheim und die Aktivitäten im Jubiläumsjahr 2018 finden sich im Internet unter www.feuerwehr-herxheim.de. Besonders wird schon jetzt auf das Jubiläumswochenende vom 08. - 10.06.2018 hingewiesen.

Der Förderverein bedankt sich für die eingegangenen Spenden. Unserer besonderer Dank gilt der Ortsgemeinde, Herrn Franz-Ludwig Trauth, Frau Bürgermeisterin Hedi Braun sowie der Sparkasse Südliche Weinstraße.